CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

Tourenbilder





Vertainspitze - NW-Grat (3545m)
Galerie  (07.06.2007, 08.06.2007)

* 07.06.2007

Aufstiegsroute: Sulden (1860m) - Düsseldorfer Hütte (2721m)


Nach der langen, anstrengenden Autofahrt von Berlin nach Südtirol starten wir dennoch gleich am Abend zur Düsseldorfer Hütte. Wir wollen zumindest hier keine Zeit verlieren, denn das Restprogramm sieht ja noch so einiges vor. Und die knapp 2,5 Std. Aufstieg reißen wir also noch schnell ab, denn schließlich kann man so gleich die steifgesessenen Körper bewegen. Der Weg folgt auch zunächst sehr malerisch immer neben einem Bach entlang, über unzählige Wiesen und später über steiniger werdenden Untergrund. Die Düsseldorfer Hütte hat zu unserem Glück einen guten Winterraum, denn später sollte sich ja noch herausstellen, dass das nicht immer der Standard in Südtirol ist...





* 08.06.2007

Aufstiegsroute: Düsseldorfer Hütte (2721m) - NW-Grat - Vertainspitze (3545m)

Abstiegsroute: Vertainspitze (3545m) - SO-Grat - Rosimferner - Rosimboden - Sulden (1860m)


Nach einem kurzen, aber guten Schlaf machen wir uns in der ersten Helligkeit des Tages hinaus in Richtung Einstieg. Diesen kann man eigentlich nicht verfehlen, denn er ist ausreichend mit Farbe markiert. Hier am Fuß des Grates beginnt dann auch gleich die größte Schwierigkeit der gesamten Kletterei. Ist zwar alles nur ein IIIer, aber es ist alles unglaublich feucht und sogar teils verschneit und vereist. Dazu kommt das Geklettere in Schalenschuhen, was die Sache gleich zu Anfang recht sportlich macht. Ab und zu sind kurze Passagen mit einem Stahlseil gesichert, der Rest muss dann selbst gesichert werden.
Doch diese kniffligen Passagen sind dann auch bald hinter uns gebracht und es beginnt der längere Anstieg über relativ lose Gesteine direkt hinauf über den Rücken. Da hier noch mächtig Schnee liegt, ist auch dieser Teil eher mühsam. Es ähnelt häufig einem ganz schönem Gewühle um weiter zu kommen.

Man erreicht dann auf knapp 3300m den ersten Vorgipfel, auf dem sich das Blickfeld aufweitet und man eine bessere Übersicht auf den Weiterweg bekommt. Bald geht es dann auch auf den Gendarmen zu, eine wirklich Zacke, die man leicht rechts umklettert. Hier gehört absolute Schwindelfreiheit zu den Grundvoraussetzungen, da doch durchaus einige Tiefblicke auf einen warten. Von hier aus quert man zunächst leicht rechts unterhalb des Grates weiter bis man auf selbigen direkt gelangt. Eine schön gezackte Linie, die sich fast bis zum Gipfel zieht, ist aber eher unschwieriger zu gehen.
Am letzten Stück zieht man weiter nach links und findet sich in einer steilen Firnflanke, die direkt zum Vorgipfel führt. Hier rutschen uns schon die ersten Schneebetter entgegen, allerdings alles ganz langsam und dadurch gut zu kontrollieren. Im Ausstieg ist sichere Frontalzackentechnik gefragt, sonst aber kein Problem. Nur bei sehr viel Neuschnee ist Vorsicht geboten. Dann sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfelkreuz auf 3545m.

Für den Rückweg entscheiden wir uns für die Umrundung des Berges in östlicher Richtung. Wir stapfen/rutschen/versinken in Richtung Rosimjoch weiter über den Südostgrat. Bald erreichen wir tief verschneite Hänge, die von oben in den Rosimferner münden. Hier muss man auf Spalten achten. Angeseilt erledigen wir das monotone Gestapfe in schlimmen Schwimmschneebedingungen. Keineswegs gelenkschonend. Schwierig ist es auch auf der aufgeweichten Seitenmoräne Halt zu finden und so torkeln wir weiter hinunter. Der Weg schwänkt jetzt immer weiter nach Westen, bis man schließlich auf die idyllische Landschaft des Rosimbodens stößt. Ein zwar künstlich angelegtes, aber dennoch überaus grünes System von Bächen, die die verschiedenen Wiesen umspülen. Leider regnet es bei uns monoton dahin.

Zuletzt sieht man bereits unter sich Sulden liegen und sehnt sich nach der gefühlten Marathonentfernung endlich nicht mehr Gehen zu müssen. Gegenüber nehmen wir noch im Vorbeirennen das "Amphitheater Südtirols" wahr, ein wirklich eindrucksvolles Panorama. Allerdings wissen wir nicht wie weit diese Tour wirklich ist, aber am Auto spät am Abend sind wir dann doch recht mürbe - nach unserer Eingehtour!
















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