CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

Tourenbilder





Dom (4545m)
Galerie  (24.07.2006, 25.07.2006, 26.07.2006)

* 24.07.2006

Zustieg: Randa (1400m) - Europahütte (2220m) - Domhütte (2940m)

Unser Verlangen zum Dom zurück zu kehren, nachdem wir bereits einen Versuch im Frühjahr schon recht früh abbrechen mussten, steigerte sich in der Zeit nach diesem ersten Probieren stetig. Uns war klar, dass eine weitere Reise in die Mischabelgruppe immer den Dom als Hauptziel darstellen würde. Zu groß war für uns die Faszination, diesen herausragenden Berg mit seinen steilen Wänden und rauen Bedingungen zu besteigen.

Nachdem wir also die Akklimatisation am Lagginhorn und an der Weißmies erfolgreich hinter uns gebracht hatten, stand nun einem neuerlichen Versuch nichts mehr im Wege. An einem sonnigen Freitag im Juli parken wir das Auto in der Garage von Randa und machen uns nicht allzu früh auf zu einem neuen Abenteuer. Jeder, der sich von der Westseite der Mischabelgruppe nähert, sollte unbedingt einen Abstecher in den alten, urigen Dörfern des Mattervispatals einplanen. Im Falle des Weges zur Europahütte bzw. zur Domhütte beginnt der Aufstieg in den Gassen Randas. Ein Zeugnis aus einer anderen Zeit fernab von Zermatt & Co.
Nach den letzten Häusern verlässt man den Ort über die Brücke des Dorfbachs und ab hier führt der Weg durch den Wald des Lärchbergs stets ansteigend bis zur Baumgrenze. Vorbei an der neu errichteten Europahütte auf knapp 2200m kreuzen wir hier den Rundwanderweg, der sich an den Hängen des Tals bis nach Zermatt schlängelt.

Unser Weg führt ab hier, steiler werdend an der großen Markierung der Felswand vorbei, über schmale Serpentinen auf grasigem Untergrund. Überraschend wenig ist an diesem Tag los, obwohl sich das Wetter von seiner besten Seite zeigt und schon fast zu warm zum Bergsteigen ist. Entsprechend den vielen Höhenmetern, die wir zu überwinden haben, kommen wir gut voran, allerdings haben wir auch den ganzen Tag zur Verfügung und der Zustieg zur Domhütte ist mit nur 5 bis 6 Stunden angegeben. Ab 2500m wir der Weg deutlich steiler. Hier beginnt, der für die Südschweiz so typische Hüttenzustieg, der durch steile Hänge mit Passagen ähnlich Klettersteigen geprägt ist. Schwindelfreiheit ist hier Voraussetzung beim ständigen Blick hinab nach Randa. Zur Erleichterung wurden nochmals alle Drahtseile, Leitern und Stufen modernisiert, so dass das Vorankommen aktuell kein Problem mehr darstellt.
Jenseits der 2800er Marke hat man diesen schwierigsten Teil des Hüttenzustiegs hinter sich gebracht und es geht weiter über einen Schotterhang zur bald sichtbaren Domhütte auf 2940m gelegen. Diese als Rundbau angelegte Hütte versprüht gleich einen angenehmen Charme, der vor allem auch durch die beiden Hüttenleute bestätigt wird. Eine herzliche Begrüßung mit Handschlag und Pläuschchen haben wir leider nicht mehr allzu häufig auf den Hütten der Alpen gefunden. Am frühen Nachmittag also sitzen wir bei perfektem Wetter mit einigen anderen Bergsteigern auf der Terrasse und genießen einfach nur. Dazu Döner-Quartett-spielender-Weise, extra aus Berlin importiert!



* 25.07.2006

Gipfelroute: Domhütte (2940m) - Festijoch (3720m) - über Nordflanke - Dom (4545m)

Um 3:00 Uhr ist dann die Nacht auch schon mit einem kräftigen „Morgen!“ vorbei. Alles kramt in einer gewissen Anspannung sein Gerödel zusammen und versucht so schnell wie möglich hinaus zu stürmen. Mit unserer „aufs-Frühstück-verzichten“-Taktik kommen wir zumindest als eine der ersten Seilschaften hinaus in die dunkle, kalte Nacht. Mit dem Gefühl noch gar nicht mental richtig auf der Höhe zu sein und sich in seinen kuschelig-warmen Schlafsack zurück zu sehnen, stolpern wir die Moräne des Festigletschers hoch. Dabei überwinden wir mehrere Wellen, die aus Schlamm, Eis und Geröll bestehen und ein gleichmäßiges Vorankommen eher behindern. Immer unterhalb des Festigrates suchen wir uns den Weg durch die noch dunkelgraue Umgebung. Bald überholen wir die letzte Seilschaft und kommen nach rund 2,5 Stunden am Fuße des Festijochs an. Langsam geht die Sonne auf und so macht es uns die kurze Kletterpassage von 100Hm leichter, den richtigen Weg zu finden. Gerade morgens kann dieser Teil (2er-Gelände) noch leicht überfroren sein und so kann ein Sichern nötig werden. Auf dem Festijoch treffen wir auf ein Zelt von 3 Tschechen, die hier genächtigt haben und sich langsam aus der kleinen Behausung hinausschälen.

Ab hier sah unsere eigentliche Planung den Festigrat als Weg zum Gipfel vor, allerdings entscheiden wir uns an diesem Tag um, da Daniel sich mit schmerzendem Schienbein herumplagt und uns so diese Route als zu heikel erscheint. Deshalb steigen wir entsprechend dem Normalweg zunächst hinunter zum Hohbärggletscher, den man in einem weiten Bogen in Richtung Nadelhorn überquert, um der Seraczone genügend Abstand zu geben. Glücklicherweise bleibt es uns erspart an diesem Tag die Spurarbeit zu übernehmen, denn so sparen wir doch einige Kräfte auf diesem langen Weg. Ab 4000m beginnt die Nordflanke deutlich an Steilheit zu gewinnen und bei merkwürdig pulvrigen Schneebedingungen fällt uns das Vorankommen ziemlich schwer. Jedem Schritt nach oben folgt ein tiefes Absacken in den lockerkörnigen Schnee. In den unglaublichen Weiten des Hobärggletschers und der steilen Nordwand des Doms ist man bereits in einer einzigartigen Umgebung und der Gipfel scheint nicht mehr fern. Angeseilt kreuzen wir nach Luft schnappend mehrmals unter dem Gipfel, eh wir uns von Westen her nähernd dem letzten Teilstück auf den höchsten Punkt konfrontiert sehen. Eine wirklich steile Rampe von vielleicht 80m, die es in sich hat und sich auch noch recht rutschanfällig präsentiert. Doch aufhalten kann uns dieses kurze Stück jetzt nicht mehr und trotz des schon einzigartigen Blicks auf das Täschhorn, ist noch einmal volle Konzentration gefragt.

Und dann ist es endlich soweit. Nach gut 6 Stunden stehen wir auf 4545m, auf dem Gipfel des Doms, dem höchsten Berg, der komplett in der Schweiz liegt. Bei fast völliger Windstille und Traumwetter realisieren wir erst langsam, welch ein Panorama sich da vor uns auftut. Vereinzelte Wolken ziehen über die tieferen Gipfel der umliegenden Berge und wir zwei stehen am Gipfelkreuz und bekommen unsere Mundwinkel einfach nicht vom ständigen Grinsen noch unten. Ein herrlicher Gipfel und Moment völliger Zufriedenheit.
Nach uns strömen langsam die anderen Seilschaften die Nordwand hinauf, so dass wir ausreichend Zeit haben, den Moment auszukosten und können uns kaum satt sehen. Nicht dass man bei solch einem Gipfel bestimmte Dinge herausheben könnte, aber sowohl der Verbindungsgrat zum Täschhorn als auch die 2700m tiefe Ostwand bieten ganz besondere Ausblicke.

Nach vielleicht einer guten Stunde machen wir uns beide mit einem Kopf voller fantastischer Eindrücke auf den weiten Rückweg. Wir treffen auf die Seilschaften hinter uns, darunter auch Münchner, die hier ihre ersten Hochtourerfahrungen sammeln – etwas merkwürdig, aber na ja... Tiefer auf dem Gletscher treffen wir auf einen von ihnen und erklären uns bereit, mit ihm gemeinsam zurück zur Hütte zu gehen, da er seinen Gipfelerfolg aufgrund körperlicher Probleme aufgegeben hat. So erreichen wir zu dritt am Nachmittag die Domhütte, nach einem endlos erscheinenden Abstieg über den Festigletscher. Hier angekommen nach ca. 3000Hm in teils großer Höhe, überkommt uns die Freude an einem wunderschönen Tag an einem wunderschönen Berg unterwegs sein zu dürfen.



* 26.07.2006

Domhütte (2940m) - Randa (1400m)

Wir bleiben noch eine Nacht auf der Domhütte und steigen erst am darauf folgenden Tag ab zurück ins Tal.





















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