CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

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Fluchtkogel (3506m)
Galerie  (28.08.2002)

* 28.08.2002

Brandenburger Haus - Fluchtkogel - Brandenburger Haus

Dieser Mittwoch startet unerwartet mit recht schönem Wetter und das schon am frühen Morgen. Die letzten Wolkenfetzen sind noch dabei sich in höhere Lagen zu verziehen und das satte Blau des Himmels ist schon deutlich zu erkennen.

Das erste, dass uns sofort ins Auge fällt als wir morgens den Blick über das endlos erscheinende Gletscherplateau schweifen lassen, sind die unkoordiniert wirkenden Spuren, die wir am Vortag im dichten Nebel durch unsere Orientierungsübung hinterlassen haben. Gibt schon irgendwie ein kurioses Bild ab... Ansonsten beginnt der Tag mit den üblichen Abläufen, auch dem immer wieder lange Zeit in Anspruch nehmenden Anseilen aller Kursteilnehmer. An dieser Stelle mal ein kleiner Exkurs über das Grundphänomen Anseilen, ohne mich da gänzlich ausnehmen zu wollen. Aber bis zunächst die "passenden" Seilpartner gefunden sind, dabei beachtend, dass ja schließlich alle ein Platz am Seil bekommen sollen, vergeht schon mal einige Zeit. Der nächste Schritt, der nicht minder dauert auch aufgrund der Gruppengröße, ist das präparieren des Seils an sich, um eine zumindest ungefähre Aufteilung hinzubekommen. Jetzt wird sich der ein oder andere fragen, wo da das Problem ist, ehrlich gesagt, ich kann`s auch nicht sagen..., aber wahrscheinlich ist das dann letztendlich auch der Grund, warum wir uns in Zukunft das Bergsteigen in Großgruppen ersparen wollen und lieber als Kleinexpedition unterwegs sein wollen. 8->

Aber zurück zur Tour, denn die Bastion des Fluchtkogels (3506 m) soll an diesem Tag wanken. Dazu müssen wir über ein recht kurzes Stück nach Nordosten auf dem Kesselwandferner, keine Stunde Fußweg bis zum Oberen Guslarjoch auf 3361 m. Von hier erhebt sich dann die breite, steil ansteigende Südflanke, ein weithin sichtbarer Schneehang, der im krassen Kontrast zur steilen, felsigen Nordseite steht. Wir lassen die Seile am Joch zurück und machen uns auf die letzen Höhenmeter hin zum kuppigen Gipfel. Diesen erreichen wir ohne große Schwierigkeiten, wobei wie gesagt der Gipfelbereich in Richtung Norden stark überwechtet ist, hier ist also Vorsicht geboten! Die einzig schlechte Nachricht dieses Tages ist das mittlerweile nicht mehr ganz so fantastische Wetter oder anders gesagt, pünktlich bei Erreichen des Gipfels bleibt uns die großartige Sicht hinunter zum Vernagtferner, hinüber zur Wild Spitze oder zum Brochkogel versagt. Wir ertragen`s nur schwer... *schnief* und trösten uns mit ein paar Gruppenfotos darüber hinweg. Dennoch kann man zumindest ab und zu die Tiefe der Nordwand erahnen bis sie weit unten die Gletscheroberfläche erreicht.

Die zweite Hälfte des Tages wird es dann immer "suppiger", wir treten den Rückweg an und kommen ohne große Zwischenfälle am frühen Nachmittag am Brandenburger Haus an. Die letzten Sonnenstrahlen (auch wenn es keine direkten mehr sind!) nutzen wir um die Funktionsweise des Flaschenzugs zu üben und uns lustig an der Wand der Hütte hochzuprusiken. ...a` moaz gaudi !!!
















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