CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

Tourenbilder





Winterklettern im Okertal
Galerie  (04.01.2003, 05.01.2003)

* 04.01.2003

Endlich war es da.. das langersehnte 'Ausreißwochenende' aus dem tristen Berlin. Nach mehr oder weniger ausführlicher Tourenvorbereitung ;-) treffen wir uns morgens um 6:30 Uhr vor meiner Haustür um letzte Dinge abzusprechen und das ganze Klettergerödel für zwei Tage im Auto zu verstauen. Im Stockdunkeln befinden wir uns schnell auf dem Weg, wobei wir allerdings aufgrund einer kleinen 'Panne' (Kocher vergessen ist eine schlechte Sache beim Campieren) ein wenig zurückfallen in unserem Zeitplan. Das Wetter verspricht ein recht wechselhaftes Bild, so dass uns die etwa dreistündige Autofahrt beim lockeren Schneetreiben schon recht extrem vorkommt und wir uns über die vorherrschenden Verhältnisse im Harz schon mal Gedanken machen.

Gegen 10 Uhr in der Früh erreichen wir schließlich unser Ziel und blicken in ein einsames und winterliches Okertal, in dem wir die einzigen Menschen zu sein scheinen. Mit sarkastischen Sprüchen (was wir so gut können!) über die Wetterverhältnisse schlüpfen wir schließlich voller Elan in unsere Klamotten und begeben uns warm verpackt (bei immerhin -3°C) zu unserem ersten Ziel.. die Marienwand! Etwas zaghaft und mit eiskalten Fingern kraxeln wir also unsere erste Route am Vorturm und merken recht schnell, dass dies doch etwas anderes ist als wir alle kennen (für Frederik und mich, die eigentlich am liebsten im Schnee unterwegs sind und für Armin, der eher 10°C und mehr an solchen Wänden gewöhnt ist). Nichtsdestotrotz amüsieren wir uns prächtig und begeben uns daraufhin schließlich zur eigentlichen Wand, die in ihrem längsten Teil fast 50 Meter hoch ist. Wir entschließen uns für die Süd-West Kante, die uns mit einem angegeben Schwierigkeitsgrad im unteren Wandteil von 3+ für realistisch erscheint. Unser leidgeprobter Vorsteiger Armin (Gruß an die Finger :-) versucht sich also eine ganze Weile in der Route, sucht nach Absicherungsstellen und muss schließlich sogar auf die benachbarte Route (4-) ausweichen, um das ganze Unterfangen einigermaßen sicher gestalten zu können. Dank an den Standplatzhaken auf halber Wandhöhe, dem wir dann doch ordentlich Respekt zollen.. ;-). Nach und nach steigen Frederik und ich hinterher, wobei sich die mitgebrachten Steigeisen als sehr sinnvolles Mitbringsel bei Schnee und vereisten Tritten erweisen.
Leider scheitern wir dann jedoch im oberen Wandteil an einem für uns nicht überwindbaren Schwierigkeitsgrad von 4+, zumal wir uns in den Handschuhen auch ein wenig unbeweglich fühlen.

Mit einbrechender Dunkelheit machen wir uns schließlich auf den Weg zurück zum Auto, um uns dann noch einen gemütlichen Platz zum zelten zu suchen (Justizia mag ein Auge zudrücken). Wir bleiben schließlich an einem Vorbecken zum Okersee und bauen bei Schneetreiben, was uns auch schon den ganzen Tag begleitet hat, unser Lager für eine lange Nacht auf. Da es bereits um 17 Uhr stockdunkel ist bleibt uns nichts mehr als eine warme Mahlzeit und uns in die Schlafsäcke zu kuscheln.













* 05.01.2003

Guten Morgen, Leben! Der Blick aus dem Zelt lässt einen wunderschönen neuen Tag erahnen. Blauer Himmel und Sonnenschein versprechen zumindest zu dieser frühen Stunde noch einiges. Was nur auffällt: Es ist empfindlich kälter geworden. Das Thermometer am Zelt zeigt frostige -7°C, so dass wir Nachts bestimmt um die -10°C hatten. Ein echtes Kunststück auch, nun die mit Spiritus gefüllten Kocher ("Gas" ist wohl das Zauberwort der Zukunft) zum Laufen zu bekommen. Mit guter Moral bauen wir nach einer Tasse warmen Tee schließlich das Lager ab und begeben uns wieder hinein ins Okertal.
Am Parkplatz legen wir schließlich noch eine kurze Frühstückspause ein (Brot und Käse, ein Hochgenuß!), bevor wir uns zum nächsten Ziel aufmachen. Eigentlich wollten wir uns noch an ein paar Routen der Uhuklippe versuchen, wobei sich dieses schnell als schwieriger herausstellen sollte, als geahnt. So irren wir eine ganze Weile im verschneiten Wald hin- und her bis wir irgendwann irritiert und etwas frustriert die Suche nach 'unserem' Felsen aufgeben und uns zu einem Ausweichziel aufmachen, welches wir immerhin schon finden konnten: dem Passo Di Ball. Da sich die Verhältnisse nicht gerade zum Guten gewendet haben (im Gegenteil.. die Eiszapfen am Fels scheinen noch viel länger geworden zu sein!) entschließen wir uns zum Aufstieg in einer 2+'er Route. Die ersten Meter gestalten sich schließlich auch recht unspektakulär, bis wir weiter oben wieder auf altbekannte Probleme stoßen (Schnee und vor allem Eis auf den Griffen und Tritten). Den 'Gipfelaufbau' erklimmen wir dann auf einer leicht abgeänderten Route und kommen sogar bis auf 1 1/2 Meter unter den höchsten Punkt, wobei wir auf die Spitze mangels Standhaken einstimmig verzichten. Nach einer kleinen Diskussion zum Thema Knotenkunde kurz unter dem Gipfel ;-) machen wir uns bald wieder an den Abstieg.. denn zwar ist uns hier eine herrliche Sicht auf das Okertal geboten, aber der kalte Wind verscheucht am heutigen Tag seine Besucher recht schnell.

Damit sind wir dann auch schon am Ende unseres kleinen Ausflugs und genießen noch die Rückfahrt durch den winterlichen Harz, bis wir um etwa 22 Uhr wieder in Berlin ankommen.























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