CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

Tourenbilder





Lyskamm (4527m)
Galerie  (05.09.2003)

* 05.09.2003

Gipfelroute: Überschreitung: Ostgrat - Lyskamm Ost (4527 m) - Lyskamm West (4479 m) - Westgrat

Lysjoch - Lyskamm Ost/West - Felikjoch - Sella Hütte


Kurz bevor wir vom Lysjoch auf knapp 4100 m eins der spektakulärsten Ziele unserer Wallistour in Angriff nehmen, versorgen wir uns noch einmal ausreichend mit Flüssigkeit für einen langen Weg in großer Ausgesetztheit über den 5 km langen Grat der Lyskamm. Es ist noch früher Vormittag und trotz relativ großem Andrang rund um die Rifugio Regina Margherita sind die Bergsteiger, die sich auf den gleichen Weg wie wir begeben, sehr handverlesen.

Die wunderschön filigran gezogene Linie zum Ostgipfel muss einer der schönsten Gratabschnitte der Alpen sein. Extrem schmal, meist nur für grade mal einen Fuß breit, und so exponiert, dass es einem nicht gelingt, sich ausschließlich auf den Weg mit den Augen zu fixieren, dass man nicht automatisch rechts und links im Blickfeld die Tiefblicke wahrnimmt. Momente, in denen jede Faser des Körpers angespannt ist und der nicht verrückt spielen darf. Ungünstig für diesen Abschnitt sind sicherlich Bergsteiger in ungrader Anzahl, weil so eine einfache, sinnvolle Sicherungsmöglichkeit wegfällt. Später wird der Grat etwas breiter und es beginnt die steile Flanke kurz unterhalb des höheren Ostgipfels (4527 m).

Doch anders als bei anderen Bergen, drehen wir hier nicht um und machen uns auf den bekannten Rückweg, sondern die Lyskamm hält noch weitere Highlights bereit. Weiter im Westen folgt der Westgipfel (4479 m), mittlerweile auch in die Liste der eigenständigen 4000er aufgenommen. In ständigen Wellen zieht sich hier also die höchste Linie zwischen beiden Gipfeln rund 1 km immer oberhalb der senkrechten Nordwand. Das Gehgelände wechselt nun häufiger zwischen Eisgraten und felsigen Blöcken. Eine durchaus luftige Kletterei zwischen I bis II, die keinen Fehler verzeiht. Konzentration und gute Teamarbeit sind hier unerlässlich.
Der Westgipfel ist für uns leider kein Panoramavergnügen mehr, da sich zu viele Wolken den Vormittag über zusammengebraut haben.

Von hier aus fordert die Steilflanke hinab zum Felikjoch (4063 m) noch mal größte Vorsicht, gerade bei großer Vereisung ist saubere Frontalzackentechnik nötig. Je nach Eiskonsistenz ist auch hier eine Eisschraube mehr nie schädlich. Knappe 4 bis 5 Stunden muss man einplanen für eine Überschreitung bei normalen Verhältnissen, egal in welche Richtung, ansonsten deutlich länger.
Das große Plateau des Felikjochs ist dann nur noch eine Art Auslaufen und zum ersten Mal die Möglichkeit vom Kopf her ein bisschen zu entspannen. Wir stapfen also noch nach Italien zur Sella Hütte (3585 m) hinab, eine schön gelegene Unterkunft und unglaublich leer an diesem Abend.

Allerdings das Richtige für die Nacht nach dieser Königsetappe!























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