CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

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Tag 12 in Peru / 45 in SA (18.04.2008)
Guten Abend in die Heimat!

Hier bei uns strahlt die Sonne vom Himmel, mittags um 1 Uhr, aber allen, denen jetzt der Neid ins Gesicht geschrieben steht, um spaetestens 5 Uhr nachmittags wird der taegliche Regen einsetzen und dann isses nichts anderes als wohl grad in Berlin - naja, zumindest so ganz grob!
;-)

Aber ich wollte ja eigentlich noch das Versprechen einloesen und von unseren vergangenen Tagen berichten. Am Freitag sind wir aufgebrochen zu unserer ersten ernsthaften Tour in die Cordillera Blanca. Wir hatten uns zwei sogenannte Eingehberge heraus gesucht, entgegen unserer eigentlichen Planung am Anfang auf den Pisco zu gehen, naemlich zum einen den Nevado Urus (5415m) und zum anderen den Nevado Ishinca (5530m). Beide sind vom gleichen Basislager im wunderschoenen Ishinca-Tal zu erreichen. Dass es weit, ja sogar sehr weit bis zum Basislager werden wuerde, war uns schon bewusst, dass jedoch die Zufahrtsstrasse am diesem Morgen von einer Mure verschuettet wurde und somit die Taxifahrt viel weiter vorher endete, war dagegen eine sehr negative Ueberraschung. Denn damit gestaltete sich der Anmarsch zu einem Unternehmen, welches wir auf zwei Tage verteilen mussten.
Trotzdem erreichten wir am Samstagabend mit unseren gigantisch schweren Rucksaecken, mit Essen fuer 4 Tage und Skitourenausruestung beladen, das Wiesen-Basislager direkt neben der Ishinca-Huette auf 4300m, die sogar schon so halb geoeffnet war.

Im Dunkeln des naechsten Morgens gings dann die steile Flanke des Urus hinauf, der leider trotz seiner Beliebtheit keinen richtigen Weg im unteren Teil aufwies. Extrem muehsames Hinaufsteigen ueber einen Geroell- und Wiesenhang mussten wir also hinter uns bringen. Im oberen Teil so ab rund 5000m lag dann auch genuegend Schnee um die Latten unter die Fuesse zu schnallen und so endlich mal den Ruecken zu entlasten. Trotz der enormen Anstrengung haben wir den Gipfel recht frueh am Tag erreicht und so blieb genug Zeit zum ersten Mal den Blick in Ruhe auf die 5000 und 6000er schweifen zu lassen - um es vorsichtig zu formulieren: schon schoen! ;-)
Der viel wichtigere Moment war dann aber sich auf 5500m die Skier unterzuschnallen und gen Tal zu gleiten - elitaer!

Am naechsten Morgen, wieder so gegen 4 Uhr, gings dann auf zum Ishinca auf der anderen Talseite gelegen. Hier fuehrt zum Glueck ein richtiger Weg hin zum Gletscher, der das gleichmaessige Gehen deutlich vereinfacht hat. Etwas schwierig gestaltete sich zunaechst das Wetter an diesem Morgen, spaeter jedoch riss es auf und tiefblauer Himmel kam zum Vorschein. Am Ishinca konnten wir dann auch eine laengere Strecke mit den Skiern aufsteigen, was die ganze Sache doch immer sehr vereinfacht. Am letzten Col vor dem Gipfel hatten wir dann auch perfektes Wetter, um von dort aus wieder mal ganz alleine am Berg die letzten durchaus steilen und schwierigen Hoehenmeter zu bezwingen. Die anschliessende Abfahrt ging dann wieder extrem geschmeidig und schnell durch, nur der jeweilige Abstieg ins Basislager sorgte wieder einmal in unseren Plastikskischuhen fuer Schmerzen in ganzen Fussbereich.
Unten angekommen sorgte der Zustand unseres zurueckgelassenen Zeltes dann fuer ernste Mienen, denn eine wahrscheinlich recht uebermuetige Kuh muss sich einen grossen Spass daraus gemacht haben ihre Hoerner mehrmals in unserem Aussenzelt zu versenken. Resultat der feinen Arbeit: 4 grosse Loecher und mehrere Kleine! Und damit ein nicht mehr regendichtes Zelt - ole! Mussten dann umdisponieren und die letzte Nacht in der Huette schlafen, was bei uns schon fuer grosse Veraergerung gesorgt hat.

Der Abstieg hinunter ins Tal und zurueck in Richtung Huaraz am folgenden Tag war ein wieder mal sehr weiter, denn durch die noch immer gesperrte Strasse mussten wir einen anderen Rueckweg einschlagen, der sich uns aber nich immer klar erschloss und somit deutlich laenger ausfiel als gedacht. Als wir dann in einem winzigen Bergdorf ankamen wie zwei Ausserirdische mit Skiern und Plastikschuhen gab es zu unserem Glueck gleich das wahrscheinlich einzige Collectivo zurueck nach Huaraz - und siehe da, trotz einhelliger Meinung aller voher Befragten, die Strasse war auf einmal wieder befahrbar, wie wir live miterleben durften, womit der grosse Umweg fuer uns gar nicht noetig gewesen waer. Mit einem leichten, zerstoerten, sarkastischen Laecheln erreichten wir dann also gluecklich Huaraz am Montagabend.


Nach zwei Tagen der Ruhe und des Zeltflickens gehts dann fuer uns morgen wieder los, es soll auf den Chopicalqui (knapp 6300m) gehen, ein ganz grosses Projekt fuer uns beide. Planen dafuer 4 Tage ein und ihr werdet hier lesen koennen wie es gelaufen ist.

Wir 2 sagen: servus und hasta luego!

Frederik


Tag 10 in Peru / 43 in SA (16.04.2008)
Buenas noches liebe Leute!

Hier nur kurz ein Lebenszeichen unsererseits, wir sind heute aus den Bergen wieder gekommen und haben trotz der Anstrengungen der letzten Tage ein Gewinnergrinsen auf den Lippen.
Da jetzt die aktive Erholung ruft und der Magen wieder mal so richtig gefuellt werden will, gibts morgen an unserem Chill-Tag mehr Informationen ueber unsere letzten Tage.

adios!
Los gringos!

Frederik


Tag 33 (06.04.2008)
Bin jetzt in Peru!
Sitze grad in Tacna, ganz im Sueden und habe die Grenzformalitaeten ganz gut hinter mich gebracht. Bin heute morgen von Iquique mit dem Bus losgefahren nach Arica und von dort mit einem Collectivo (Sammeltaxi) ueber die Grenze. War sehr besonders alles, denn zu sechst im Auto dabei hoelle viel Gepaeck und das Ganze in nem ollem Cadillac mit lustigem Fahrer und lustiger Musik. Aber egal, geht halt nich anders und ueberlebt hab ichs ja auch.

Nu gehts gleich in locker fluffigen 18 Studen nach Lima, ich freu mich und dann gehts endlich in die Berge.

Bis demnaechst dann!

Frederik


Tag 24 bis 32 (05.04.2008)
Es ist vorbei, was man sich ziemlich lang vorgestellt hat, ist nun doch vorbei gegangen. Am Freitag haben sich die meisten der Exkusioneteilnehmer wieder zurueck nach Santiago aufgemacht und nur ein kleiner Teil ist mit mir noch ein paar Tage in Iquique geblieben.

Doch eh ich jetzt vom Ende rede, gabs nateurlich ganz viele Dinge davor, die ich erzaehlen muss. Nach dem Zurueckkehren in den normalen Exkursionsalltag fuehrte unsere Route hinein in die Hauptkordillere, hinauf aufs Altiplano. Nach dem Atacama-Becken haben wir mehrere Tage auf dem Altiplano verbacht, sicherlich einem der spektakulaersten Abschnitte der ganzen Tour. Man zieht vorbei an den 5000 und 6000ern, alles Vulkane, die in diesem Bereich schon in den oberen Bereichen verschneit sind. Dazu die karge Vegetation und ungewoehnlichen Tiere mit Namen Vicu˝as, Lamas, Viscachas (eine Mischung aus Kaenguruh und Hase), Alpacas und Guanacos (der Rest alles Lama-Verschnitt). Wir sind an verschiedenen Indianersiedlungen vorbei gekommen, die auch noch zum Teil intakt sind und die ein sehr eindrucksvolles Bild vermitteln wie das urspruengliche Leben in diesen Extremraeumen moeglich ist. Auch wenn man in diesen Tagen enorm viele Kilometer ueber staubige Schotter-Sandpisten zurueckgelegt hat, jeder Meter hat sich gelohnt. Einen winzigen Abstecher nach Bolivien haben wir sogar gemacht, wenn auch eher illegal.

Besonders eindrucksvoll waren vor allem auch die Naechte inmitten der Altiplano Vulkane, das sind sicherlich Eindruecke, die bleiben werden.
Im Nordosten befinden sich mehrere Nationalparks, vom Isluga ueber den Parinacota haben wir sie alle durchfahren und erkundet.

Nach diesen genialen Tagen haben wir dann die grossen Hoehen gen Westen verlassen und sind ueber Arica an die Kuste gekommen. Was ein Kontrast, zwar den Paizifik vor der Nase, aber so trocken da eigentlich nie Niederschlag faellt. Im Valle de Camarones, dem groessten Glatthangtal der Welt (erklaer ich gerne dem ein oder anderen in Berlin) haben wir eine Nacht direkt unter freiem Himmel am Meer geschlafen und natuerlich versucht abends noch baden zu gehen, was allerdings bei dem Versuch geblieben ist, da die Wellen locker 4 bis 5m Hoehe erreicht haben - gigantisch - und wir es doch bei sich bespritzen lassen belassen haben.

Danach gings direkt nach Iquique, einer wirklich suessen kleinen Stadt am Pazifik, leichte Aehnlichkeiten zu Kapstadt, auch wenn ich da noch nie war, aber mit einer aehnlichen rueckseitigen Bergkette, die die Stadt begrenzt. Die Innenstadt ist gepraegt von der Salpeterzeit, der Zeit, wo es in Chile den grossen Aufschwung gab und fast alle Haeuser aus Holz gemacht sind. Ausserdem kann man einfach super entspannen, endlich mal ausschlafen und am Strand luemmeln.

Frederik

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