CAMP-BERLIN ist ein kleines Team, bestehend aus berg- und reisebegeisterten Freunden, die unterschiedlichste alpine und hochalpine Touren unternehmen. Neben dem Schwerpunkt auf die gesamten Alpen sind wir auch unregelmäßig an kleineren oder größeren Zielen unterwegs, wo wir ständig versuchen, neues kennenzulernen!

Tourenbilder





grob: Die zweite Woche wieder in der Heimat (11.05.2008)
Zum Glück sorgt das momentane Schick-Wetterchen für ein einfaches Eingewöhnen, so dass wir uns beide reingewühlt in die alltäglichen Dinge haben, die man ja schon fast wieder vergessen hatte.

Unsere Rückreise, die sich eigentlich so einfach darstellte, verlief dann final ganz anders als wir uns das vorgestellt hatten. Extra aus Sicherheitsgründen haben wir den Bus aus Huaraz früher genommen, um absolut sicher zu gehen das Flugzeug nach Madrid auch zu erwischen. Somit gabs für uns einige Zeit in Lima zu vertrödeln, da wir morgens in der Stadt ankamen, aber erst abends abfliegen sollten. Eher leicht genervt durch die Sinnüberflutung der Großstadt haben wir also die Stunden runtergezählt und sind dann gen Abend zum Flughafen gefahren. Dort angekommen beschleunigte sich dann die Geschwindigkeit des Tages dramatisch. Während wir noch die Rucksäcke in Schutzsäcke packten, wurde per Lautsprecher der letzte Aufruf für unseren Flug durchgesagt. Wir, noch mit unserem gesamten Gepäck plus Skiern bepackt, müssten leicht hektisch den richtigen Schalter finden, was aufgrund einem Fehler in der Anzeigetafel nicht gerade leicht fiel, verloren so nochmal wertvolle Minuten und haben es tatsächlich bravorös geschafft unseren Rückflug zu verpassen. Denn alles, was die Iberia-Mitarbeiterin für uns tun konnte, war ein `Sorry` und einen Zettel, auf dem die Adresse für das Iberia-Büro mitten in Lima notiert war. Das sollte dann aber erst am nächsten Tag geöffnet sein...
Gescheitert ist die ganze Sache an einer falschen Abflugszeit auf einem unseren E-Tickets, denn der Flug geht täglich, aber jeweils zu einer früheren Zeit als auf unserem Ticket notiert war.

Das große Glück oder auch der gute Service sorgten dann dafür, nach einer weiteren Nacht in Lima, dass wir problemlos und ohne weitere Kosten einen Tag später nach Deutschland fliegen konnten. Am Ende also noch ziemlich glimpflig ausgegangen die Sache, auch wenn wir die Minuten der totalen Frustration auf dem Flughafen in Lima wahrscheinlich noch lange nicht vergessen werden.


Jetzt also wieder Berlin, Fotos sortieren, Wäsche waschen ud Schalenschuhe lüften! Zumindest mal was anderes...
;-)

Frederik


Tag 20 in Peru / 53 in SA (26.04.2008)
Schluss, aus und vorbei!

..und das soll jetzt gar nicht mal von der negativen Seite gemeint sein, ganz im Gegenteil! Wir ziehen von dannen, packen unsere Sachen und machen uns auf in die alte Heimat mit den Gedanken im Kopf eine ganz riesengrosse Zeit hier verbracht zu haben. Mit den Eindruecken, denen wir zum einen natuerlich in der Bergwelt der Cordillera Blanca begegnet sind, aber auch den vielen Erlebnissen hier in Peru, die neben dem Bergsteigen abgelaufen sind.

Am gestrigen Freitag haben wir also unser `Bergprogramm´ abgerundet und standen puenktlich vor der aufziehenden Bewoelkung auf dem 5686m hohen Vallunaraju. Eingerahmt zwischen Huantsan, Toclaraju und Ranrapalca konnten wir gestern die mal extrem geniale Fernsicht geniessen und wenn der Pazifik nicht so tief liegen wuerde ;-), haetten wir locker bis zum ihm gucken koennen. Die ganze Tour wurde eingerahmt von einer gigantisch schoenen Skiabfahrt fast direkt vom Gipfel aus und nach schon einem Tag war dieser hohe 5000er bestiegen, dank nun bester Akklimatisation und leichtem Gepaeck. Eine schnelle Sache also und fuer uns der gelungenste und passendste Abschluss dieser 3 Wochen Bergsteigen in Peru.


In wenigen Stunden werden wir also einen letzten Blick auf das Bergpanorama durch die Scheiben des Busses nach Lima werfen koennen, bevor wir dann endgueltig Abschied nehmen muessen. Die naechsten zweieinhalb Tage sieht unser Bewegungsradius von links nach rechts rutschend auf irgendwelchen Bus- bzw. Flugzeugsitzen vor - nicht grad erbaulich - aber mei, Peru is ja auch `n bissl weiter weg!

Demnaechst dann also in good-old Berlin, wir sagen adios und schliessen dieses kleine Log-Buch, zumindest fuer den peruanischen Teil.

Frederik


Tag 17 in Peru (23.04.2008)
Zwar erst einen Tag spaeter, aber dann doch noch der etwas ausfuehrlichere Bericht ueber die letzten Tage. Hier mal ungekuerzt in Rohfassung und spaeter dann sicherlich fuer die Tourenberichte.. :

geplant war der Nevado Chopicalqui (6354m) im Llanganuco-Tal. wir sind also letzte woche freitag nach einem nochmal chilligen fruestueck auf der sonnenterasse unseres "hotels" Olaza'S in voller montur und dicken rucksaecken (>25kg) zu fuss richtung innenstadt aufgebrochen, um das naechstbeste taxi zu nehmen. den ersten taxifahrer der uns ueber den weg fuhr haben wir dann nach etwas ueberzogenen preisvorstellungen (anfangs wusste er garnicht, wo wir ueberhaupt hin wollten) erstmal weiterfahren lassen. aber schon waehrend des gespraechs kam schon der naechste taxi-dealer vorbei und bot uns mit grosszuegiger gestik eine fahrt richtung Llanganuco-Tal bzw. fuer uns viel wichtiger - zu einer besonderen Strassenkurve, die allerdings oberhalb der Lagunen liegt (normales Touristenziel dort oben, aber dazu spaeter mehr), und uns direkt ins Basislager des Chopicalqui bringen wuerde. Der Preis stimmte zunaechst und so fuhren wir dann erstmal in einem kleinen Bus quer durch die Stadt, stiegen auf der Hauptstrasse wieder aus und sollten auf den anschlussbus warten. alles recht dubios, zumal wir dann doch nochmal in zwei kleinen pkws mit einigen anderen peruanischen maennern wieder genau zur selben stelle zurueckfuhren, wo wir anfangs eingestiegen waren. wir malten uns schon aus wie hinter der naechsten hauswand die maenner ihre messer zuecken wuerden und uns um unser ganzes gepaeck erleichtern wuerden.. .
der bus kam dann aber endlich und los gings in einem nicht ganz typisch peruanischen transportmittel, sondern in einem, was sich als echte touristenfahrt herausstellte. waehrend eines kurzen stops (zum "batterien kaufen" - wir hatten ja die zeit) kam dann auch heraus das der bus zwar zu den lagunen hoch oben im tal fahren wuerde, aber laengst nicht da hin, wo wir hin wollten (entgegen dem taxifahrer, dem wir das vorher klar gemacht hatten). es entbrannte dann eine hitzige diskussion mit dem "reiseleiter" des unternehmens, dass wir den preis eigentlich fuer eine ganz andere leistung ausgemacht hatten (wir wollten ja nur eine fahrt ins hochtal). nach einigem rumtelefonieren und feilschen einigten wir uns darauf, dass wir einen teil unseres geldes zurueck bekommen wuerden und sie uns im letzten ort (Yungay) im tal absetzen wuerden, von wo wir uns dann ein taxi nehmen wuerden.
in Yungay ging dann das gefeilsche mit den taxifahrern weiter. irgendwann waren wir schliesslich so weit ihren preis zu bezahlen, zumal wir keine weitere zeit verschwenden wollten und wir uns mit dem ganzen gepaeck und den ski in der hand bei 25ªc und bruetender sonne langsam etwas fehl am platze fuehlten. die fahrt hinauf gestaltete sich bei schwierigen
strassenverhaeltnissen (eigentlich besteht der komplette pass zwischen 2500m (Yungay) und der passhoehe auf 4700m nur aus einer schotterpiste) und einer beinahe-kollision mit einem wuchtigen geldtransporter recht spektakulaer und wir waren am ziel der fahrt froh, endlich unsere rucksaecke aufladen zu koennen und richtung wildnis zu starten.

das wetter hielt leider nicht ganz und so kamen wir in einem mix aus regen und sonne endlich unserem berg naeher. wir wollten gleich das basislager ueberspringen und bis ins lager 1 ("moraenencamp") aufsteigen, was ungefaehr 4-5 stunden von der strasse entfernt war. da wir schon ziemlich spaet dran waren kamen wir erst knapp mit einbrechender dunkelheit im lager kurz unterhalb des gletschers auf 4900m an. zum trost klarte es etwas auf und wir konnten noch herrliche blicke auf die beeindruckende vergletscherte westwand des Chopicalqui sowie den auf der anderen seite gelegenen gipfeln des Huascarans werfen. das highlight war an dem abend aber eher aus kulinarischer sicht: wir hatten uns nach den wiederholt bitteren erfahrungen mit den tuetengerichten diesmal ein paar brote, suppe, kaese und thunfisch aus der dose mitgebracht. das ging sehr gut und war eine willkommene abwechslung. gluecklich darueber, an diesem tag ueberhaupt noch angekommen zu sein, schlummerten wir dann recht schnell in unseren schlafsaecken ein.

am naechsten tag liessen wir uns am morgen erstmal zeit, bis die sonne ueber den Chopicalqui kroch und in unserem zelt fuer angenehme temperaturen sorgte. wir mussten uns dann allerdings beeilen, dass die sonne nicht zu sehr einheizte und uns unter der vergletscherten westwand wie einem ofen braten wuerde (und nebenbei auch noch fuer butterweichen schnee sorgen wuerde). leider gelang uns das nicht ganz und so stiegen wir in schon weichem schnee verschwitzt die steilen gletscherhaenge hinauf. die tagesetappe war zwar nur recht kurz bis ins hochlager, aber nicht ganz unspektakulaer: riesige gletscherspalten sind typisch fuer diesen teil des berges und irgendwie waren wir froh mit ski unterwegs zu sein, was den aufstieg auch zwischen den ganzen eisabbruechen einigermassen sicher gestaltete. wir suchten uns schliesslich ein exklusives plaetzchen, welches von allen seiten von grossen spalten umringt war. aus 5500m hoehe in lager 2 hatten wir mittags bei ganz guten wetterverhaeltnissen einen gigantischen blick auf einen grossteil der Cordillera Blanca und zahlreiche 5- und 6000er. und das unmittelbar neben dem hoechsten berg Perus (Huascaran, 6800m)! nachdem wir das zelt aufgebaut hatten blieben wir auch noch so lang vor dem zelt sitzen und genossen dieses panorama, bis die sonne hinter den gipfeln verschwand und augenblicklich fuer frostige temperaturen sorgte. leider gab es dann wieder abstriche bei unserer nahrungsversorgung: unsere kombination aus suppe und echten (!) nudeln hatte einfach zu viel aehnlichkeit mit den vorangegangenen tuetengerichten, so dass ein grossteil davon nicht in unseren maegen sondern in der naechsten gletscherspalte verschwand. keine guten voraussetzungen fuer harte arbeit am berg.

die nacht vor dem gipfel lief dann leider auch wenig optimal, da mitten in der nacht ordentlich wind einsetzte und man teilweise das gefuehl hatte, dass gleich das zelt mit uns abheben wuerde. das weckerklingeln um 4 uhr hatte demnach etwas von erloesung. kurz anziehen, ein schokoriegel als fruestueck und wir starteten in die dunkelheit bei angenehm milden -10ªc von lager 2 aus richtung gipfel. wir gingen erstmal mit steigeisen los, da die verhaeltnisse noch recht vereist waren und wir aufgrund der steilheit auch nicht durchweg die ski haetten benutzen koennen. leider galt dies aber nur fuer die ersten 200 hoehenmeter, denn ab etwa 5700m mussten wir uns durch teilweise huefthohen pulvrigen schnee wuehlen. "angenehmer weise" mussten wir auf der westseite des berges dann im recht starken wind auch noch ewig lang auf die sonne warten, so dass wir staendig damit beschaeftigt waren die fuesse und haende zu bewegen, damit sie einem vor kaelte nicht einschliefen. bis mittags lief es trotz der unglaublichen anstrengung zu spuren ganz gut: bei traumhaften wetter kamen wir langsam aber stetig dem gipfel naeher. doch kam dieses mal das schlechte wetter schneller als erwartet (jeden nachmittag gibt es eigentlich regen) und so standen wir recht bald im voelligen white-out in steilen flanken mit sichweiten um 10 meter. ungefaehr 150 meter unter dem gipfel auf knapp 6200m hoehe steckten wir dann wieder im total lockeren huefthohen pulvrigen schnee und wir kamen nach kurzem gespraech und dem bewusstwerden unserer exponierten lage zu der erkenntnis, dass das risiko weiter zu gehen einfach zu gross sei.
es war dann ein moment, wo alle anspannung verloren ging und man ploetzlich merkte, wie muede man eigentlich war. entaeuscht, aber doch im bewusstsein die richtige entscheidung getroffen zu haben, machten wir uns dann an den muehsamen weg zurueck ins hochlager. bei null sicht sind wir aber noch einmal von der spur abgekommen und haben mit glueck den weg zu unserem angelegten skidepot wiedergefunden, bis wir schliesslich am fruehen nachmittag wieder am zelt waren.

voellig k.o. lagen wir dann auch bis zum naechsten morgen (auf das "abendmahl" gehe ich mal nicht naeher ein) wieder bis zum sonnenaufgang im zelt bis wir beide auf den harten isomatten nicht mehr liegen konnten und bauten im strahlenden sonnenschein das lager ab. den unteren teil des gletschers konnten wir noch mit ski abfahren (am seil)  und konnten doch einige hoehenmeter mit den schweren rucksaecken sparen. der fussweg zur strasse war dann allerdings noch ein muehsamer und weiter - ueber all die riesigen geroell- und moraenenfelder, wo wir mit den schalenschuhen ueber gewalte gesteinsbrocken balancieren mussten. viel glueck hatten wir an der passstrasse, die uns wieder ins tal bringen sollte: nach 10 minuten warten war gleich der erste lkw mit zwei peruanern bereit uns wieder mit nach unten zu nehmen. denn regulaer fuhr ueber den pass nur ein collectivo am tag, worauf wir allerdings noch 4 stunden haetten warten muessen. zu viert sassen wir schliesslich vorne in der kabine und brauchten dann noch 1 1/2 stunden fuer die 35km bis ins tal. der beifahrer erklaerte uns nebenbei, dass sie fuer eine komplette passueberfahrt sogar ganze 8 stunden brauchen wuerden..! (das mal als indiz fuer die strassenverhaeltnisse!). zurueck in Yungay bekamen wir fast nahtlos ein collectivo und fuhren dann teilweise zu 18. in einem kleinen umgebauten toyota-bus (aehnlich dem vw-bus bei uns) richtung Huaraz, mit unserem gepaeck auf dem dach verstaut. der kreis hatte sich wieder geschlossen.

so weit zum Chopicalqui.. und auch wenn es manchmal nicht den eindruck erweckt, aber insgesamt waren die 4 tage am berg mit sicherheit die beeindruckendsten fuer uns bisher. jedenfalls ziehen wir einen tag danach immer noch eine positive bilanz (bei gutem essen und einem richtigen bett geht das ganz gut ;-) ). das panorama wird uns so oder so lang im gedaechtnis bleiben!

Fuer die naechsten Tage wollen wir uns noch - sozusagen als Abschluss - am Nevado Vallunaraju versuchen, dem "Hausberg" von Huaraz. Ein schoener doppelgipfliger Berg, recht leicht zu erreichen und hoffentlich nochmal eine schoene Skiabfahrt!

Daniel


Tag 15 in Peru / 48 in SA (22.04.2008)
Wieder da!

Es ist jetzt kurz vor 10h bei uns, wir haben grad unsere mueden Koerper zur naechstgelegenen Essmoeglichkeit geschleppt und sind nu rundum wohlgenaehrt, gluecklich und zufrieden.
Haben heute am Nachmittag auf sehr abenteuerliche Weise Huaraz wieder erreicht, nachdem wir 4 Tage am Chopicalqui erleben durften. Ich lehne mich sicherlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass das sicherlich eine der eindrucksvollsten Touren war, die wir beide bisher gemacht haben!

Da uns jetzt allerdings maechtig die Augen zu zu fallen drohen, verschieben wir das mit den Details auf morgen und sagen:

buenas noches nach Deutschland!

Frederik

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